Autoimmunerkrankungen stehen nach Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen an dritter Stelle in der Häufigkeit. Rund 5% aller Erwachsenen erkranken, die Tendenz ist steigend.
Autoimmunerkrankungen stellen Erkrankungen des Immunsystems dar, die den ganzen Körper betreffen können. Nicht nur „Volkskrankheiten“ wie Diabetes mellitus und Rheumatische Arthritis oder Multiple Sklerose gehören zu den Autoimmunerkrankungen, auch Schlaganfälle, Herzinfarkte, Fehlgeburten, Nierenversagen, Osteoporose oder Krebserkrankungen können Anzeichen oder Spätfolgen einer Autoimmunerkrankung sein.
Hat das menschliche Immunsystem normalerweise die Aufgabe, den Körper z.B. durch die Bildung von Antikörpern vor Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze zu schützen, so greift es bei einer´Autoimmunerkrankung aus bisher weitgehend ungeklärten Ursachen mit so genannten Autoantikörpern den eigenen Organismus an.
Die Erforschung der Autoimmunität leidet an der enormen Vielgestaltigkeit der Krankheitsbilder. Die Tatsache, dass schon die klinischen Symptome einer einzigen Autoimmunerkrankung in der Regel die Grenzen einzelner medizinischer Fachdisziplinen sprengen, hat zu einer sehr ausgeprägten Dezentralisierung der Forschung geführt.
Nur eine intensive, interdisziplinäre Grundlagenforschung kann aber die angewandte Forschung forcieren, um eine frühzeitige Diagnose und befriedigende Therapien oder sogar Heilungen von Autoimmunerkrankungen möglich zu machen. |